Wo man auch hinhört, überall die gleichen Klagen: Wir bekommen nicht genügend Personal, die Fluktuation ist hoch und Initiativbewerbungen sind rar.

Der Mangel an qualifiziertem und engagiertem Personal wird für viele Unternehmen zur Wachstumsbremse. Projekte können oft nicht übernommen werden, weil man sich nur auf die sehr lukrativen Themen konzentriert. Kunden sind verärgert, Dienstleister gestresst, Personalabteilungen hilflos. Und das ist erst der Anfang. Jedes Jahr scheiden ca. 300.000 Menschen aus dem Erwerbsleben aus, mehr als nachkommen.

Die Politik ruft die Vollbeschäftigung als Ziel aus, was nicht weniger bedeutet, als dass immer mehr Regionen faktisch einen leergefegten Arbeitsmarkt haben. Seit Jahren wurde davor gewarnt, nun trifft es einige Branchen mit voller Wucht.

Die Serviceindustrie ist davon stärker betroffen, als viele andere Branchen. Hier wird die Personalauswahl durch das notwendige saubere Sprachbild noch einmal dramatisch einengt. Hat die Branche beim Mindestlohn noch den Untergang des Abendlandes vorhergesehen, sind Bonus Modelle und andere Prämien längst an der Tagesordnung. Über „Goodies“ wie Obst, Wasser, Massagen und Sportangebote müssen wir wohl nicht mehr sprechen, wenn es um Mitarbeiterbindung und -gewinnung geht.

Neue Ideen sind gefragt.

Wenn man, so wie wir, tagtäglich in unterschiedlichen Branchen ein- und ausgeht und über ein enges Netzwerk verfügt, kann man Muster gut erkennen.
Die hohe Fluktuation beispielsweise bedeutet erst mal nichts anderes, als dass die Bindungskraft des Arbeitgebers nicht groß genug ist, oder dass der Arbeitgeber aus Sicht des Mitarbeiters beliebig erscheint. Hier kann noch viel getan werden.

Ein Thema, das bisher nur wenige Firmen gut nutzen, ist die Kraft von CSR Projekten. Seit Aristoteles wird über das Thema Verantwortung der Wirtschaft diskutiert. Der ehrbare Kaufmann oder der rheinische Kapitalismus waren die Schlagworte, die es später gab, jetzt heißt es neudeutsch „Corporate Social Responsibility“. In Osnabrück fand dazu vor einigen Tagen ein Kongress statt, der gezeigt hat, wie engagiert sehr viele Firmen schon sind. Leider wurde auch deutlich, wie wenig dieses Engagement zum Wohl des Unternehmens genutzt wird.

Ein Stichwort, das viel zu selten in diesem Zusammenhang fällt, ist „Corporate Volunteering“. Auch Ihre Mitarbeiter engagieren sich vermutlich, wie bei vielen Unternehmen, zu einem ansehnlichen Prozentsatz freiwillig in ihrer Freizeit. Ob als Jugendtrainer, bei der freiwilligen Feuerwehr oder in der Nachbarschaft. Das tun sie unentgeltlich und mit großer Freude.

„Corporate Volunteering“ ist eine Möglichkeit, dieses Engagement, diese Energie und Freude in einen vom Unternehmen organisierten Rahmen zu bringen. Das funktioniert sowohl bei aktionalen, als auch langfristigen Projekten und mit unterschiedlichen Ansätzen. Manche Unternehmen unterstützen das Engagement ihrer Mitarbeiter durch eine finanzielle Spende für die jeweilige Organisation, manche Mitarbeiter erhalten freie Zeit vom Unternehmen, um gesellschaftlichen Nutzen zu stiften.

Dieses Engagement stärkt die Bindungskraft an das Unternehmen signifikant, macht für den Mitarbeiter einen wesentlichen Unterschied, ist ein wesentlicher Baustein für die gelebte Unternehmenskultur und stärkt die Position des Unternehmens in der Region. Und last but not least ist es einfach gute PR.
Tue Gutes und sprich drüber; nicht nur zur Weihnachtszeit.